E-Paper - 11. September 2019
Rheintaler Bote
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«Kinderbetreuungsangebote sind wohnortabhängig, das ist nicht fair»

In den Rheintaler Gemeinden gibt es extreme Unterschiede in den Kinderbetreuungsangeboten. Dies ergibt eine Recherche der SP Rheintal. Die Partei fordert nun ein flächendeckendes und bezahlbares Angebot in allen Gemeinden und lädt zu Orientierungsanlässen ein.

Region Eine Arbeitsgruppe der SP Rheintal, in welcher auch Laura Bucher (Kantonsrätin, Gerichtsschreiberin, Mutter) engagiert ist, hat recherchiert, wie es um die Kinderbetreuungsangebote im Rheintal steht. Dazu hat die Gruppe Fachpersonen, Experten und Gemeinde- sowie Schulgemeindemitglieder und Private zu Angebot und Nachfrage von Kinderbetreuung befragt. Die Recherchen der SP Rheintal haben ergeben, dass sich zwischen den Gemeinden und Schulgemeinden extreme Unterschiede zeigen. So gibt es immer noch Gemeinden im Wahlkreis Rheintal, wie Rüthi, Rebstein, Marbach und Rheineck, die noch ganz am Anfang stehen. Andere Gemeinden wie Widnau, Balgach, Altstätten und Diepoldsau sind schon einige Schritte weiter im Angebot von Kitas und schulergänzender Kinderbetreuung. Das bedeutet, dass Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Eltern im Rheintal abhängig vom Wohnort sind. Die SP Rheintal erachtet dies im Kontext von Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch von Standortpolitik, als ungünstig und unfair. Weiters haben die Recherchen ergeben, dass nicht nur Betreuungslöcher existieren, sondern auch viele Angebote vom Einsatz Ehrenamtlicher abhängen. Ebenfalls bei der Nachmittagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe variieren die Angebote.

Dass in den Gemeinden ein unterschiedliches ausgestaltetes Angebot an Kinderbetreuungsangeboten existiert, hat diverse Gründe. Natürlich spielen die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden eine Rolle. Andererseits werden die Zuständigkeiten hin und her geschoben, das heisst, es kann vorkommen, dass die Schulgemeinde gewillt wäre, neue Angebote zu schaffen, die politische Gemeinde aber zögert oder umgekehrt. Abgesehen vom obligatorischen Mittagstisch gibt es zudem keinen klaren gesetzlichen Auftrag. Dabei können Betreuungsangebote Einfluss auf die Standortattraktivität und die Volkswirtschaft haben.

Ausbau des Angebotes gefordert

Die SP Rheintal fordert deshalb grundsätzlich ein flächendeckendes und bezahlbares Angebot an Kinderbetreuungsplätzen für Kinder bis zwölf Jahren in allen Gemeinden sowie Schulgemeinden des Wahlkreises Rheintal. Da bereits eine gewisse Abdeckung bei den Kita-Plätzen für Säuglinge bis zum Schulalter besteht, fordert sie insbesondere einen Ausbau der schulergänzenden Kinderbetreuung (Morgenbetreuung, Nachmittagsbetreuung, Auffangzeiten und Ferienbetreuung), welche abgesehen von den Mittagstischen noch eindeutig ungenügend ausgebaut sei. Die Angebote sollen in genügender Zahl zur Verfügung stehen, angemessen organisiert und durch die Gemeinden sowie durch einkommensabhängige Elternbeiträge finanziert sein. Martina Macias

Rheintaler Bote vom Mittwoch, 11. September 2019, Seite 4 (8 Views)

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