E-Paper - 17. Juli 2019
Rheintaler Bote
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«Ich bringe eine gewisse Unbefangenheit mit!»

Von Marino Walser

Letzte Woche nominierte auch die FDP Thal-Staad-Altenrhein mit Felix Wüst (55) ihren Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten in Thal. Mit den «Bodensee Nachrichten» sprach Wüst über die Kandidatur, seine Ambitionen sowie seinen Fähigkeiten für das Gemeindepräsidium in Thal.

Herr Wüst, welche politischen Erfahrungen würden Sie ins Amt des Gemeindepräsidenten mitbringen?

Felix Wüst: Auf der politischen Ebene bin ich ein absoluter Neuling. Ich würde das Amt ohne politischen Vorkenntnisse übernehmen. Aber genau das kann auch ein Vorteil sein.

Wie meinen Sie das?

Da ich bislang politisch so gut wie gar nicht aktiv war, bringe ich eine gewisse Unbefangenheit mit. Das ist genau das, was die Gemeinde Thal braucht.

Welche Qualifikationen bringen Sie für das Amt des Gemeindepräsidenten mit?

Ich habe viel Erfahrung im Prozess- und Verwaltungsmanagement. Zudem möchte ich die Gemeinde weiterentwickeln und nicht verwalten. Und genau darum bin ich die richtige Person für dieses Amt.

Was meinen Sie mit weiterentwickeln?

In den vergangenen Jahren hat sich in Thal, gerade in finanzieller Hinsicht, enorm viel getan. Doch wie in jeder Gemeinde, gibt es gute und weniger gute Jahre. Ich handle nach der Devise: Spare, wenn es gut geht und investiere wenn es nicht gut läuft. Gesunde Finanzen sind das A und O in einer Gemeinde. Davon ist die Verwaltung sowie die Industrie betroffen.

Geht es Ihnen nur um die finanzielle Weiterentwicklung?

Nein, nicht nur. Die Personalentwicklung der Gemeindeverwaltung beispielsweise, wäre auch wesentlich. Denn viele gute MitarbeiterInnen mit enormen Wissen stehen vor der Pension. Würde dieses Know-how nicht weitergegeben werden, wäre das kontraproduktiv. Denn nur mit einer nachhaltigen Personalentwicklung können wir unsere Gemeinde stärken. Des Weiteren würde ich eine Sanierung des Rathauses in Angriff nehmen. Dabei spielt das Christ-Areal in meinen Überlegungen eine zentrale Rolle.

Welche?

Ich würde einen Kauf dieses Areals lancieren. Während der Sanierung des Rathauses könnte man die Verwaltung dahin auslagern. Zu einem späteren Zeitpunkt, sobald die Sanierung abgeschlossen ist, müsste das Christ-Areal dem optischen Dorfkern angepasst und für Wohnungen und Gewerbe umgebaut werden.

In der Medienmitteilung der FDP stand unter Ihrem Namen etwas über ein «Digitales Dorf». Können Sie das erläutern?

Das war nur so eine Idee. Trotzdem finde ich es spannend, dass diese solch hohe Wellen schlägt. Mit Altenrhein und Staad hat Thal zwei weitere 'Dörfer' in einer Gemeinde. Was in Staad passiert, wissen die wenigsten Thaler und umgekehrt. Ich möchte die Kommunikation und den Austausch innerhalb der Gemeinde verbessern. Anhand einer in sich geschlossenen Plattform könnte ein Austausch unter der Bevölkerung stattfinden. Gleichzeitig würden wir junge Einwohnerinnen und Einwohner ansprechen und zur Kommunikation anregen.

Welche anstehenden Geschäfte erachten Sie als äusserst wichtig?

Ich stehe oft und lange am Bahnübergang in Staad. In dieser Angelegenheit muss man in Zukunft zu einer Lösung kommen, zumal der Verkehr immer grösser wird sei es auf der Strasse oder auf den Schienen. Und auch die Burietstrasse verlangt nach einer Lösung. Den Einlenker in die Industrie erachte ich als extrem gefährlich. Dies sind jedoch Projekte, bei denen die Gemeinde nur bedingt mitreden kann, da es Kantonsstrassen sind.

Genau, darum ist es wichtig, dass Anliegen von Gemeinden, welche aber den Kanton betreffen, gewichtet werden und in ihrer Wichtigkeit an Anklang finden. Dafür braucht ein Gemeindepräsident ein Netzwerk und Beziehungen. Haben Sie diese, obwohl Sie politisch bislang eher untätig waren?

Ich pflege sehr gute Beziehungen zu Verwaltungen und anderen Körperschaften. Aus diversen Beziehungen ist ein Netzwerk vorhanden, auf welches ich zurückgreifen kann, damit im Kanton Geschäfte gewichtet werden.

Wäre ein zusätzlicher Sitz im Kantonsrat für Sie ein Thema?

Nein, absolut nicht. Ich will Gemeindepräsident von Thal sein und lege meinen Fokus darauf.

Sie sind Inhaber einer IT-Firma in Thal. Gewisse Aufträge könnten sich mit dem Amt als Gemeindepräsident beissen. Wie würden Sie da vorgehen?

Bis zu Beginn meines Amtsantritts wären alle Mandate abgelegt und die Firma wäre zu hundert Prozent meinem Partner übergeben. Wie ich bereits sagte, würde ich mein Amt unbelastet antreten wollen.

Wie beurteilen Sie die Entlohnung von zirka 210 000 Franken als Gemeindepräsident. Ist diese gerechtfertigt?

In Anbetracht dessen, dass die Verantwortung in diesem Amt enorm ist, finde ich die Entlöhnung gerechtfertigt. Aber es ist extrem viel Geld. Ich würde das Amt des Gemeindepräsidenten für einen Jahreslohn von 180 000 Franken plus Spesen ausüben.

Da passt es ja, dass ein Bürger von Thal die Initiative «180 000 sind genug» gestartet hat.

Diese muss zuerst einmal noch durchkommen. Nein, die Zahl 180 000 Franken schwirrt in meinem Kopf schon seit längerem herum und hat nichts mit der Initiative zu tun.

Was kann man bis zur Wahl von Ihnen noch erwarten?

Ich werde mich sicherlich vermehrt in der Bevölkerung zeigen. Ausserdem gehe ich davon aus, dass ein Podium lanciert wird. Einen Wahlstab wird sicherlich auch noch zusammengestellt. Gelder fliessen im Hintergrund jedoch keine. Alles, was ansteht, bezahle ich aus eigener Tasche.

Rheintaler Bote vom Mittwoch, 17. Juli 2019, Seite 20 (18 Views)

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