E-Paper - 10. Oktober 2012
Rheintaler Bote
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Gebt dem Stoffel Geld!

DER JUGENDTREFF Stoffel in Widnau fährt das bislang schlechteste Testergebnis ein

Der Rheintaler Bote testet die Jugendtreffs in der Region. Diese Woche wurde der Jugendtreff Stoffel in Widnau unter die Lupe genommen. Das Resultat ist vernichtend.

Vielleicht war es Zufall: Als der Rheintaler Bote am vergangenen Freitagabend den Jugendtreff Widnau besuchte, hatte er erhebliche Mühe, ein Gruppenfoto mit den Jugendlichen zu schiessen.

Ganze drei Jugendliche waren an diesem Abend im Jugendtreff. Vielleicht, weil die Herbstferien begonnen hatten, vielleicht, weil die anderen 25 erst später gekommen sind, vielleicht aber auch, weil es eigentlich gar keinen Grund gäbe, in den Jugendtreff Stoffel zu gehen. Dieser präsentierte sich nämlich in einem desolaten Zustand. Das Testergebnis:

Räumlichkeiten: 4.0

Die erste der zwei genügenden Noten im Test erhält der Jugendtreff für die grosszügigen Platzverhältnisse. Wie in einer Loft hat der Jugendtreff nur ein Zimmer, das aber so gross ist, dass die wenigen Jugendlichen, die beim Test anwesend waren, darin geradezu verloren wirkten.Die Wände sind bunt bemalt und es gibt viele Fenster.

Angebot an Spielmöglichkeiten: 3.5

Im Jugendtreff Stoffel in Widnau stehen zwei Kickertische und ein Billard-Tisch. Dazu kommt eine Plays-Station mit nur einem Spiel (FIFA 2012) und ein Lap-Top fürs Internet. Es fehlen Dartscheiben, Flippertische, Ping-Pong-Tische und Gesellschaftsspiele. Zudem: Wenn es schon eine Plays-Station geben soll in einem Jugendtreff, dann sollte ein Spiel, das auch Girls spielen würden, ebenfalls angeboten werden. Das magere Angebot an Spielmöglichkeiten steht im Kontrast zur teuren Konzertanlage, die im Jugendtreff Stoffel hängt. Diese ist für Anlässe gedacht, die wenig mit Jugendarbeit zu tun haben und dann auch nur einmal monatlich stattfinden. Das Geld, dass für die Showbeleuchtung, den Mischpult und weitere Accessoires ausgegeben wurde, hätte man besser in Spielmöglichkeiten investiert, die wöchentlich genutzt werden. Platz dafür hätte es zur Genüge!

Verpflegung: 4.0

Eine 4.0 bedeutet: Genügend. Und mehr ist es auch nicht, was im Stoffel an Essen und Trinken angeboten wird. Für zwei Franken wird ein Toast gebacken, zu Trinken gibt es Softdrinks und Mineralwasser. Sehr vorbildlich ist die Preispolitik bei den Getränken. Mineral wird gratis abgegeben, einen halben Liter Coca Cola kostet nur einen Franken! Um den Jugendtreff für die Jugend attraktiver zu gestalten, könnte man das Angebot in dieser Kategorie aber erhöhen. Pizza, Waffeln und Hot-Dogs fehlen. Eine Küche dafür wäre vorhanden.

Ambiente/Hygiene: 3

Zuerst: Die Hygiene ist im Jugendtreff Stoffel kein Thema, die Böden sind frei von Abfall, die WCs sauber, die Bar auch. Das Ambiente hingegen ist nur noch in einem Luftschutzkeller schlechter. Der gesamte Jugendtreff wirkt sehr lieblos eingerichtet. Es stehen viele Sofas im Raum, die meisten sind aber zerschlissen. Der Holzboden ist an vielen Stellen kaputt, die Wände im Klo sind mit derben Sprüchen bemalt. Kurz: Das ist kein Jugendtreff, wohin man seine Tochter mit gutem Gewissen schicken würde. Und das ist denn auch eine Realität im Jugendtreff Stoffel: Es gäbe sehr wenige Mädchen, die hier vorbeischauen würden, sagt Reinhard Götsch, Aufsichtsperson im Jugendtreff.

Gesamtnote: 3.5

Ein Jugendtreff nützt nichts, wenn er nichts taugt. Es reicht nicht, einen Raum mit ein paar alten Sofas und wenigen Spielmöglichkeiten anzubieten und dabei zu hoffen, die Jugendlichen würden damit zufriedengestellt. Beim Jugendtreff Stoffel muss dringend in das Ambiente, in die Spielmöglichkeiten und in die sanitären Anlagen investiert werden. Da sind Christa Köppel und der gesamte Widnauer Gemeinderat gefordert. Wichtig: Im Jugendtreff-Check wird die Arbeit der Jugendarbeiter nicht benotet.

Lorena Baumgartner und

Flavio Razzino

Rheintaler Bote vom Mittwoch, 10. Oktober 2012, Seite 8 (124 Views)

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